Jugendjury gibt Gewinnerfilm bekannt

Einzigartig für ein Filmfestival in Hannover gab es 2026 beim Filmfest Sehpferdchen eine Jugendjury. Am 17. März kürten die Jugendlichen feierlich ihren Gewinnerfilm, erläuterten ihre Entscheidung und schauten gemeinsam mit den Gästen nochmals:

„Hola Frida“ von Karine Vézina und André Kadi

Bewertet wurden Kameraführung, Sprache, Effekte und Schnitttechnik, die Musik sowie die Geschichte. Die 14- bis 17-jährigen Noor, Jonah und Lenni wurden hierfür vor dem Filmfest in Workshops geschult. „Zu unserer Jury-Arbeit gehörte das Beurteilen der Filme und die Diskussionen darüber“, erklärte Noor im Rahmen der Preisverleihung. „Wir haben jeden Film nach dem Anschauen einzeln bewertet und auf einer Skala von 1 bis 10 eingeordnet. Nach zwei Filmen haben wir uns demokratisch entschieden, welchen der beiden wir in die Endbeurteilung aufnehmen wollen.“

Die Jury-Begründung und eine besondere Erwähnung

Warum die französisch-kanadische Produktion „Hola Frida“ die Auszeichnung als bester Film beim Sehpferdchen 2026 gewonnen hat, begründet die Jugendjury wie folgt: „Dieser Film hat uns geflasht“, so Jonah. „Die Animation sieht zwar sehr einfach aus, aber man erkennt auch die Liebe zum Detail. Zudem fanden wir, dass der Zeichenstil wunderbar zu Frida Kahlo passt. Der Film hat eine unfassbare Schwere, die aber durch die Animation erheblich leichter wird. Dies wird vor allem durch die vielen Farben erzeugt.“ Weiterhin lobte die Jury die besondere Darstellung des Themas Tod und die Geschichte an sich, die nicht nur feministisch ist aufgrund der Biografie Kahlos – der Film selbst hat auch den Bechdel-Test bestanden. Eine besondere Erwähnung und Urkunde erhielt der Film „Honey“ (2024) von Natasha Arthy für Regie, Buch und Musik.

Zum Hintergrund der Jugendjury

Die Jugendjury beim Filmfest Sehpferdchen ist ein Zeichen dafür, dass jugendliche Perspektiven in der Kulturvermittlung unverzichtbar sind. Das Projekt ermöglichte Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren Filme als gesellschaftliche Statements zu reflektieren und demokratische Entscheidungsprozesse aktiv mitzugestalten. Die Jury setzte sich bewusst divers zusammen: aus Teilnehmenden unterschiedlicher sozialer Hintergründe, mit und ohne Migrationsgeschichte, aus verschiedenen Schulen in Hannover und der Region. Ziel war es, die politische Medienkompetenz durch kritische Filmanalyse, respektvolle Diskussionskultur und die Erkenntnis zu stärken, dass ihre Stimmen zählen, sowie Zugang zu kultureller oder politischer Bildung zu ermöglichen.


Foto: © Helge Krückeberg

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