Das Programm
Die Vormittagsvorstellungen (8:30 und 11:00 Uhr) sind ausschließlich für Schulklassen vorgesehen. Die Vorstellungen um 14:00 Uhr richten sich an Ganztagsschulen, Jugendeinrichtungen und Horte. Schulklassen und Gruppen melden sich bitte über unser Website-Formular an.
In den Nachmittagsvorstellungen (14:00 und 17:00 Uhr) und am Wochenende sowie im Abendprogramm (20:15 Uhr) heißen wir auch Familien und Privatpersonen herzlich willkommen. Karten reservieren Sie bitte direkt beim KOKI.
Filme 4+
„Kurzfilme für kleine Sehpferdchen“ ist unser Programm für alle ab 4 Jahren – und das wird spannend, lustig, emotional und bunt. Gezeigt werden vier Animationsfilme ohne Worte über Zusammenhalt und Kommunikation, unbekannte Unterwasserwelten, neue Freundschaften und einen Wettlauf um eine Nuss.
Prima geeignet für Erzieher:innen mit Kindergartengruppen oder Familien.
Spielzeiten Hannover
- Samstag, 14.3.2026, 11:00 Uhr
- Dienstag, 17.3.2026, 09:00 Uhr
Kurzfilme für kleine Sehpferdchen
- 30 Minuten (4 Filme)
- ab 4 Jahren
- Animationsfilme ohne Worte
Zu jedem Film gibt es eine Moderation. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 70 Minuten ein.
Hufe auf Schlittschuhen
Zwei Freunde haben viel Spaß beim Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen See. Doch plötzlich stößt ein großer Fisch mit spitzen Zähnen gegen das Eis. Schnell müssen alle lernen, sich zu verständigen.
Der Karpfen und das Kind
Zum Angeln braucht es vor allem eins: Ruhe. Wenn man aber mit einem aufgeregten Welpen an den See geht, kann das Angeln schnell zu einer Schwimmstunde werden. Was für ein Glück – denn noch viel interessanter als auf dem Steg am Ufer ist es tief unten im Wasser.
Der Tunnel der Nacht
Niemand will mit ihm spielen. Also beginnt der kleine Junge, am Strand einen Tunnel zu graben. Plötzlich landet er auf der anderen Seite der Welt – und findet dort neue Spielkameraden. Gemeinsam graben sie immer weiter, bis jeder auf wundersame Weise wieder zu Hause ankommt.
Nutissimo
Zu Beginn des Herbstes müssen die Vorräte für den Winter gesammelt werden. Doch zwischen all den Eicheln, Kastanien und Haselnüssen fehlt eine Nuss! Eine wilde Verfolgungsjagd wird entscheiden, wer sie bekommt: Eichhörnchen oder Krähe!
Filme 6+
Familie ist mehr als nur Blutsverwandtschaft. Familie ist ein Ort der Geborgenheit, des Zusammenhalts und der Liebe – nicht nur zwischen Kindern und Eltern oder Großeltern, zwischen Geschwistern, Cousins und Cousinen, sondern auch zwischen engen Freunden und Menschen, die füreinander da sein wollen. In den Filmen der Reihe 6+ geht es genau darum: um familiäre Verbundenheit in aufregenden und in traurigen Zeiten, um Träume und Neuanfänge ebenso wie um Tradition und Zusammenhalt.
Kinder erleben in diesen Filmen, wie Menschen miteinander lachen, weinen und wachsen. Sie sehen, dass Familie einzigartig ist – ob groß oder klein, durch Geburt oder Wahl. Doch manchen Herausforderungen des Lebens müssen auch Kinder schon selbstständig entgegentreten, und dabei helfen Kreativität, Selbstvertrauen und Mut. Auch darum geht es in diesen Filmen.
Spielzeiten Hannover
- Sonntag, 15.3.2026, 15:00 Uhr
- Mittwoch, 18.3.2026, 11:00 Uhr
Spielzeiten Burgdorf
- Freitag, 13.3.2026, 09:00 Uhr
- Samstag, 14.3.2026, 14:30 Uhr
- Montag, 16.3.2026, 09:00 Uhr
Die Schatzsuche im Blaumeisental
- 77 Minuten (Film)
- ab 6 Jahren
- Papieranimation
- Frankreich, Belgien 2025
- Antoine Lanciaux, Pierre-Luc Granjon
- Deutsche Fassung
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Familiengeheimnis
- Neugierde
- Archäologie
„Zerbinette! Wenn du noch einmal ein Ei hier im Traktor brütest, dann schließ ich ihn ab und das war’s.“
Endlich Ferien! Die 9-jährige Lucie fährt allein mit dem Zug aufs Land zu ihrer Mutter Caro. Die Archäologin führt dort mit ihrem Kollegen Pierrot in der Nähe ihres Heimatdorfes Ausgrabungen durch. Erst hat Lucie keine Lust, weil Mama den ganzen Tag arbeiten muss. Doch zwischen Hügeln, Wäldern und einer echten Burgruine entdeckt sie bald mehr als frische Landluft. Sie findet einen Dachs, um den sie sich kümmern muss, trifft auf einen Hund, der ihr nicht mehr von der Seite weicht, und lernt die freche Gans Zerbinette kennen, die lieber in einem Traktor als im Stall wohnen mag. Als sie Yann trifft, steckt Lucie endgültig mitten in einem Abenteuer und die langweiligen Ferientage werden zu einer aufregenden Zeit voller Überraschungen und Entdeckungen. Und dann ist da ja noch das plaudernde Blaumeisen-Paar …
Würde man Filme wiegen, brächte „Die Schatzsuche im Blaumeisental“ 800 kg auf die Waage. Denn so viel Papier wurde geschnitten, gefaltet und bewegt, um diese liebevolle und handwerklich meisterhaft hergestellte Geschichte zu erzählen. Antoine Lanciaux entführt das Publikum in eine warmherzige Welt mit Scherenschnittfiguren, die im Stop- Motion-Verfahren animiert sind.
Spielzeiten Hannover
- Dienstag, 10.3.2026, 11:00 Uhr
- Freitag, 13.3.2026, 14:00 Uhr
Geschichten aus dem Zaubergarten
- 71 Minuten (Film)
- ab 6 Jahren
- Puppenanimation
- Tschechische Republik, Slowakei, Slowenien, Frankreich 2025
- David Súkup, Patrik Pašš, Leon Vidmar, Jean-Claude Rozec
- deutsche Live-Einsprache
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Fantasie
- Trauer
- Trost
„Ihr kennt das Rezept: drei Zutaten. Nicht mehr, nicht weniger!“
Die Großmutter saß an den Baumstamm gelehnt, hatte ihren Hut ins Gras geworfen und jedes Kind durfte eine eigene Zutat beisteuern, aus denen sie dann die wundersamsten Erzählungen webte. Doch jetzt ist sie nicht mehr da. Der Großvater lebt zurückgezogen und das Haus ist still geworden. Als die Geschwister Tom, Suzanne und Derek das erste Mal seit dem Tod der Großmutter wieder allein bei ihm übernachten, fehlt etwas. Also schlüpft Suzanne in die Rolle der Geschichtenerzählerin, genau wie ihre Großmutter es immer getan hat. Und siehe da: Bald füllt sich das Haus wieder mit den humorvollen und fantastischen Abenteuern einer magischen Katze, die Klavier spielen kann, einem gefährlichen Monster, das Äpfel liebt, und einem einsamen alten Herrn, der mit bunten Vögeln um die Wette fliegt. Freude und Lachen kehren zurück, die Kinder und ihr Großvater rücken wieder näher zusammen. Ob Geschichten wirklich eine heilende Kraft haben und trösten können?
Eine Stop-Motion-Animation mit zauberhaften Puppen darüber, wie wir mit Liebe und Vorstellungskraft die Herausforderungen des Lebens meistern können. Das Animationsteam aus insgesamt vier Ländern hat diese Gemeinschaftsproduktion in klassischer Märchentradition mit skurrilem Charme und fantasievollen Details herbeigezaubert, ohne sich ein einziges Mal begegnet zu sein.
Spielzeiten Hannover
- Dienstag, 17.3.2026, 11:00 Uhr
- Dienstag, 17.3.2026, 17:00 Uhr
Zirkuskind
- 86 Minuten (Film)
- ab 8 Jahren
- Dokumentarfilm mit Animationen
- Deutschland 2025
- Julia Lemke, Anna Koch
- Deutsch original
- Mit Patenfilm
- Mit Gästen
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Großfamilie
- Lebenspläne
- Tradition einer Gemeinschaft
„Man muss sie alle sein lassen.“
Santino ist ein Zirkuskind. Er zieht mit Tieren und Wohnwagen durchs Land – heute hier, morgen dort. Zuhause ist für ihn kein Ort, sondern seine Familie. Zum „Circus ARENA“ gehören nicht nur seine Eltern Angie und Gitano sowie sein kleiner Bruder Giordano, sondern auch unzählige Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins und ganz besonders sein Uropa Ehe. „Opa Ehe” ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands. Er erzählt Santino wilde Geschichten aus seinem langen Zirkusleben: vom prachtvollen Elefantenbullen Sahib, der Kunst ein Clown zu sein und dem „Feeling der Freiheit”, für das es sich lohnt, alle Strapazen in Kauf zu nehmen. Denn die Zeiten, in denen die Leute auf die Straßen strömten, weil der Zirkus in die Stadt kommt, sind lange vorbei. Aber die Zirkusmenschen selbst können sich kein anderes Leben vorstellen. Also stellt „Opa Ehe“ seinem Enkel an dessen 11. Geburtstag die Frage, was er denn mal in der Manege zeigen will. Aber wie findet man das heraus?
„Zirkuskind“ ist ein dokumentarischer Film mit Animationen, der einen authentischen Einblick in das verantwortungsvolle, arbeitsintensive und zugleich stolze Leben der Artist*innen gibt. Der Zusammenhalt der Großfamilie, das Gefühl von Zugehörigkeit und ein überlebenswichtiger Gemeinschaftssinn bilden hier das tragende Netz – und den doppelten Boden. In dieser Welt verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: ihre Tradition und ihre Freiheit als höchstes Gut zu bewahren.
Spielzeiten Hannover
- Montag, 9.3.2026, 11:00 Uhr
- Montag, 16.3.2026, 17:00 Uhr
- Dienstag, 17.3.2026, 14:00 Uhr
Durch Felsen und Wolken
- 83 Minuten (Film)
- ab 6 Jahren
- Spielfilm, Weltkino
- Peru / Chile 2024
- Franco García Becerra
- Quechua und Spanisch, deutsche Live-Einsprache
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Umweltzerstörung
- Solidarität
- Träume
„Mama, warum ist Auki Tayta wütend?“
Der achtjährige Feliciano hütet Alpakas in einer abgelegenen Andenregion. Seine engsten Gefährten sind Ronaldo, ein junges Alpaka, und Rambo, ein alter Hund. Ihnen erzählt er alles, was ihn bewegt – vor allem seine Begeisterung für Fußball und die WM-Qualifikation der peruanischen Nationalmannschaft. Doch hinter dem friedlichen Blick auf das majestätische Hochgebirge verbirgt sich eine bedrohliche Realität: Der nahegelegene See ist verseucht, und Felicianos Eltern stehen unter massivem Druck, ihr Land an ein Bergbauunternehmen zu verkaufen. Das Unternehmen schreckt dabei vor immer radikaleren Methoden nicht zurück. Selbst als mehrere Alpakas mit aufgeschlitzter Kehle gefunden werden, bleiben die Behörden untätig. Das Dorf ist auf sich gestellt. Während sich Felicianos Eltern und die Nachbarschaft zusammenschließen, um Widerstand zu leisten, verschwindet plötzlich Ronaldo. Verzweifelt macht sich Feliciano allein auf die Suche nach seinem Freund.
Auki Tayta – in der Quechua-Kultur der Schutzgott der Berge und Gewässer, Vater des Wassers und Hüter ihrer Reichtümer – steht sinnbildlich für diese Geschichte. Der chilenische Regisseur Franco García Becerra knüpft an eine lange Tradition südamerikanischer Filme an, die von Ausbeutung, sozialen Konflikten und dem Kampf um Gerechtigkeit erzählen. Sein Werk ist eine eindringliche Erzählung über Umweltzerstörung, Mut, Freundschaft und Solidarität, eingebettet in die atemberaubende Landschaft der Anden.
Spielzeiten Hannover
- Freitag, 13.3.2026, 11:00 Uhr
- Samstag, 14.3.2026, 15:00 Uhr
Yasmeen's Element
- 74 Minuten (Film)
- ab 8 Jahren
- Spielfilm, Weltkino
- Pakistan, USA 2024
- Amman Abbasi
- Urdu, deutsche Live-Einsprache
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Bildung
- Mädchenrechte
- Mut
- Gleichberechtigung
„Was ist das Leben? Die sichtbaren Strukturen der Elemente. Was ist der Tod? Die Unruhe dieser Elemente.“
Yasmeen gehört zu den besten Schülerinnen ihrer Mädchenschule: eifrig, neugierig, fröhlich und selbstbewusst. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem ihr Lehrer eine besonders wichtige Aufgabe vergibt, verliert sie das Arbeitsblatt auf dem Heimweg. Kurz entschlossen macht sich die Zehnjährige auf den Weg zum Haus des Lehrers, um herauszufinden, welches Element des Periodensystems sie recherchieren soll. Auf ihrer Suche begegnet sie verschiedenen Dorfbewohnern, erfährt mehr über deren Alltag und überwindet zahlreiche Hindernisse. Dabei versteht sie, dass Atome bei Zusammenstoß sowohl schöne als auch zerstörerische Verbindungen eingehen können. Noch ahnt sie nicht, dass am nächsten Tag eine weit größere Herausforderung auf sie und ihre Mitschülerinnen wartet.
Vor der eindrucksvollen Bergkulisse seiner Heimat erzählt Regisseur Amman Abbasi von den fragilen Zukunftsperspektiven junger Mädchen in der pakistanischen Gesellschaft. Gedreht wurde mit einer Handkamera und einheimischen Laiendarsteller:innen im umstrittenen Gebiet Gilgit-Baltistan, das von Pakistan, Indien und China beansprucht wird. Anders als in vielen ländlichen Regionen, in denen konservative Kräfte Mädchen und Frauen einschränken, arbeiten in Yasmeens Dorf Frauen und Männer gleichberechtigt zusammen und engagieren sich gemeinsam für Bildung. Die dortigen Subsistenzbauern setzen auf traditionelle Anbaumethoden, geringe Investitionen und eine umweltnahe, weitgehend autarke Lebensweise.
Spielzeiten Hannover
- Mittwoch, 11.3.2026, 14:00 Uhr -OV
- Donnerstag, 12.3.2026, 11:00 Uhr
- Sonntag, 15.3.2026, 11:00 Uhr
Hola Frida
- 82 Minuten (Film)
- ab 9 Jahren
- Animation
- Frankreich, Kanada 2024
- Karine Vézina, André Kadi
- Deutsche Fassung und Spanisch Original
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Fantasie
- Resilienz
- Mobbing
- Freundschaft
„Wir alle haben ein bisschen was von einem Tier in uns. Ich habe ein Hühnerbein und Adlerflügel.“
Frida ist ein Wirbelwind: lustig, neugierig und immer in Bewegung. Das kleine Mädchen liebt Geschichten, Rollschuhlaufen und ihren Hund Chiquita – und sie träumt davon, Ärztin zu werden. Ihr Wohnort Coyoacán in Mexiko ist ein Ort voller Farben, Musik und Magie. Frida beobachtet, entdeckt, träumt – und begegnet Schwierigkeiten mit ihrer Kreativität. Doch als sie an Kinderlähmung erkrankt, wird sie traurig, ihre Welt dunkel und schwer. Plötzlich hat sie Angst. Allein in ihrem Krankenbett findet sie in ihrer Fantasie einen Ausweg: Sie entdeckt ihr eigenes Herz, das kraftvoll zwischen bunten Blumen im Gras liegt, und begegnet ihren Tränen, die ihr Flügel verleihen, um das Leben wieder zu lieben. Dieses kleine Mädchen heißt Frida Kahlo – und ihr außergewöhnlicher Blick auf die Welt machte sie zu einer der größten Künstlerinnen aller Zeiten.
„Hola Frida“ basiert auf dem Roman „Frida, c’est moi“ von Sophie Faucher und den Illustrationen von Cara Carmina. Zahlreiche Motive aus Frida Kahlos Bildern lassen sich im Film wiederfinden. Farben, Musik und kulturelle Traditionen ihrer Heimat tauchen ebenso auf wie die Schatten einer schweren Krankheit. Diese filmische Liebeserklärung an das Leben setzt ein triumphales Ausrufezeichen für die Kraft der Fantasie und die heilende Wirkung der Kunst. Viva la Vida!
Spielzeiten Hannover
- Donnerstag, 19.3.2026, 9:00 Uhr
- Donnerstag, 19.3.2026, 12:00 Uhr
Zusatzvorstellung
Grüße vom Mars
- 82 Minuten (Film)
- ab 9 Jahren
- Spielfilm
- Deutschland 2024
- Sarah Winkenstette
- Deutsch original
- Mit Patenfilm
- Mit Gast
- Ängste
- Familie
- Selbstvertrauen
- Autismus-Spektrum
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
Tom ist zehn und anders als die anderen Kinder. Er mag keine Veränderungen, keine Dinge, die rot sind, und alles Laute wird ihm rasch zu viel. Sein Spezialgebiet ist der Weltraum. Am liebsten läuft er in seinem Astronautenanzug herum, in schwierigen Situationen gerne auch mit Helm. Als seine Mutter überraschend nach China muss, soll Tom für sechs Wochen mit den Geschwistern Nina (15) und Elmar (13) zu Oma und Opa aufs Land nach Lunau ziehen. Für Tom eine Katastrophe.
Damit er es aber trotzdem schafft, schenkt seine Mutter ihm ein Logbuch und schlägt vor, die Reise zu den Großeltern als Probe-Marsmission zu sehen. Toms größter Wunsch ist es nämlich, eines Tages der erste Mensch zu sein, der dorthin fliegt.
„Wenn du Oma und Opa schaffst, versichert ihm seine Mutter, „dann schaffst du auf jeden Fall auch den Mars.“ Und so ernennt Tom kurzerhand seine dauerhaft telefonierende Schwester Nina zur Funkerin und den hyperaktiven Elmar zum Ersten Offizier. Gemeinsam mit seiner Crew versucht er, den Planeten Lunau zu erkunden und Oma und Opa zu verstehen, die nach vollkommen eigenen Regeln zu leben scheinen.
In den Filmen der Reihe 10+ stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt, die mehr aus sich machen wollen und dabei mit Mut, Fantasie und Durchhaltevermögen ihre eigenen Antworten auf das Leben finden. Die Hauptfiguren müssen sich äußeren Schwierigkeiten stellen, wie zum Beispiel Verlust oder gesellschaftliche Erwartungen, und daraufhin mit ihren inneren Konflikten, ihrer Trauer und ihren Ängsten umgehen lernen. So entstehen Geschichten über Solidarität, Selbstfindung und den Glauben an sich selbst.
Dabei beleuchten diese Filme auf einer allgemeingültigeren Ebene Aspekte von Verantwortung und Menschlichkeit und erzählen die großen gesellschaftlich relevanten Themen feinfühlig und aus kindlicher Perspektive – und zeigen, dass das Erwachsenwerden nicht nur schwer ist, sondern auch voller Entdeckungen, Freundschaften und Abenteuer steckt.
Spielzeiten Hannover
- Donnerstag, 12.3.2026, 14:00 Uhr
- Freitag, 13.3.2026, 08:30 Uhr
- Samstag, 14.3.2026, 17:30 Uhr
Honey
- 96 Minuten (Film)
- ab 11 Jahren
- Spielfilm, Weltkino
- Dänemark 2024
- Natasha Arthy
- Dänisch, mit englischen UT und deutscher Live-Einsprache
- Mit Patenfilm
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Konformität
- Identitätsfindung
- Trauer
- Solidarität
„Weißt du was? Du solltest mehr an dich selbst denken.“
Honey ist erst 13, doch sie übernimmt den Großteil der Verantwortung zu Hause: Sie wäscht, hält die Wohnung in Schuss und kümmert sich liebevoll um ihre Schwester mit Down-Syndrom, während die überlastete Mutter in zwei Jobs arbeitet. Der Vater ist zwar witzig, aber unzuverlässig – und nicht selten muss Honey ihn sogar aus Situationen retten, in denen er erneut mit dem Gesetz aneinandergeraten ist. Um nicht aufzufallen, sagt sie zu allem ja, beschwert sich nie und bemüht sich, es allen recht zu machen. Nur beim Ukulele Spielen kann sie durchatmen. In der neuen Schule verschweigt sie das Chaos zu Hause und träumt davon, mit der Band ihres Mitschülers Liam aufzutreten. Als Honey erfährt, dass ihr totgeglaubter Großvater doch lebt – und genauso musikbegeistert ist wie sie –, beginnt sie, ihn heimlich zu besuchen. Im Kontakt mit ihm wächst in ihr ein neuer Gedanke: Warum nicht einmal für sich selbst einstehen? Warum nicht den Mut finden, vor der Familie und der Klasse die eigenen Wünsche zu formulieren und Konflikten nicht länger auszuweichen?
„Honey“ ist ein humorvoller Feel-good-Film, der die Belastungen eines fordernden Familienalltags mit der bestärkenden Botschaft verbindet, Grenzen zu setzen und die eigene Stimme zu finden. Das Drehbuch dieses preisgekrönten Films basiert lose auf dem dänischen Roman „Pferd, Pferd, Tiger, Tiger“ von Mette Eike Neerlin, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war.
Spielzeiten Hannover
- Mittwoch, 11.3.2026, 17:00 Uhr
- Donnerstag, 12.3.2026, 08:30 Uhr
Der Botaniker
- 96 Minuten (Film)
- ab 12 Jahren
- Spielfilm, Weltkino
- China 2025
- Jing Yi
- Mandarin, Kasachisch, mit englischen UT und deutscher Live-Einsprache
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Natur
- Heimat
- Tradition
- Identität
- Abschied
„Das Gras in der Steppe ist wie das Haar unserer Mutter. Wenn du es unachtsam rupfst, tut ihr der Kopf weh.“
Arsin ist 13 und lebt mit seiner Großmutter in einem abgelegenen Dorf in Xinjiang im äußersten Nordwesten Chinas. Der kasachische Junge ist ein Einzelgänger. Weder das Fußballspielen mit den anderen Jungs noch sein älterer Bruder, der nur am Handy hängt, interessieren ihn. In der freien Natur hingegen – draußen in der kargen, unberührten Steppe – fühlt er sich zu Hause. Die Pflanzen, die er dort entdeckt, zeichnet er akribisch in ein Notizbuch; manchmal versinkt er so tief in dieser Welt, dass die Grenzen zur Realität verschwimmen. Dann begegnet er der gleichaltrigen Meiyu, einer lebhaften Han-Chinesin. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach seinem verschollenen Onkel Bek und erkunden die Abgeschiedenheit ihrer Heimat, in der die Zeit stillzustehen scheint. Doch Nachrichten aus dem Radio künden von gravierenden Veränderungen in der Region – und Arsin weiß, dass er nach dem Sommer wieder allein sein wird.
Xinjiang bedeutet auf Chinesisch „neue Grenze“ – politisch wie gesellschaftlich. Die Provinz markiert die Trennlinie zwischen China und Zentralasien und zugleich eine unsichtbare Grenze zwischen der chinesischen Mehrheitsbevölkerung und den „Anderen“. In der Vielvölker-Region profitieren im Zuge der staatlichen Minderheitenpolitik vor allem Han-Chinesen vom wirtschaftlichen Aufschwung, während uigurische und muslimisch-kasachische Gemeinschaften diskriminierende Auswirkungen spüren. Auch wenn der Film diesen Konflikt nicht explizit verhandelt, ist der politische Hintergrund stets präsent.
Spielzeiten Hannover
- Montag, 16.3.2026, 08:30 Uhr
- Montag, 16.3.2026, 14:00 Uhr
I Accidentally Wrote A Book -
Der Sommer, als (m)ich meine Geschichte fand
- 92 Minuten (Film)
- ab 10 Jahren
- Spielfilm
- Ungarn, Niederlande 2025
- Nóra Lakos
- Deutsche Fassung
- Mit Patenfilm
- Mit Gästen (angefragt)
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Geschichten erfinden
- Trauerarbeit
- Fantasie
- Selbstfindung
„Zeit ist beim Schreiben ein wichtiges Werkzeug. Du kannst sie beschleunigen oder verlangsamen. Du kannst 10 Jahre nach vorne springen oder 10 Seiten für einen Kuss verwenden.“
Die zwölfjährige Nina will Schriftstellerin werden. Doch ihre Gute-Nacht-Geschichten beeindrucken ihren kleinen Bruder wenig. Lidia, eine ältere Nachbarin, versucht ihr zwar beim Geschichtenerfinden zu helfen – aber ob das wirklich etwas bringt? Als sich Ninas Vater in die kluge Detti verliebt, führt Ninas Suche nach einer guten Geschichte sie unerwartet zu ihrer eigenen. Zum ersten Mal setzt sie sich mit dem Verlust ihrer Mutter auseinander, die vor acht Jahren gestorben ist. Dabei entdeckt sie, wie Geschichten gebaut sind – und was sie vom echten Leben unterscheidet. Und fast nebenbei entsteht ein ganzes Buch.
Nóra Lakos gelingt mit diesem Film eine witzige, temporeiche Erzählung, die auf besondere Weise Realität und Fantasie verbindet. Sie spielt mit realen und animierten Elementen, um Ninas innere Welt als Skizze oder Animation sichtbar zu machen. Gleichzeitig mischt sich Nina selbst in die Handlung ein: Im direkten Blick ins Publikum kommentiert sie ihr Verhalten – und manchmal auch das der anderen – und verändert dadurch die Geschichte. Kein Wunder: Schließlich will sie Schriftstellerin werden.
Spielzeiten Hannover
- Sonntag, 8.3.2026, 15:00 Uhr
- Montag, 9.3.2026, 08:30 Uhr
- Dienstag, 10.3.2026, 08:30 Uhr
Das geheime Stockwerk
- 90 Minuten (Film)
- ab 10 Jahren
- Spielfilm
- Deutschland 2025
- Norbert Lechner
- Mit Patenfilm
- Mit Gästen
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Nationalsozialismus
- Zeitreise
- Detektivfall
„Das wird famos, du Flitzpiepe!“
Der zwölfjährige Karli zieht in die Alpen. Dort haben seine Eltern ein altes Hotel übernommen. Statt Ferien ist nun Renovieren angesagt, es gibt noch kein Internet und keine Freunde. Bei seinen Streifzügen durch das ehemalige Grandhotel entdeckt er, dass man mit dem alten Lastenaufzug in der Zeit reisen kann – und landet im Jahr 1938. Hier lernt er das jüdische Mädchen Hannah und den Schuhputzerjungen Georg kennen. Als dieser zu Unrecht eines Diebstahls bezichtigt wird, wollen seine neuen Freunde ihm helfen und den wahren Gauner finden. Dabei entdecken die drei, dass im Hotel seltsame Dinge vor sich gehen: Ist der gutaussehende Pianist Bruno vielleicht ein Juwelendieb? Steckt Hannahs Vater gar mit ihm unter einer Decke? Neben der ganzen Detektivarbeit muss Karli sich aber vor allem überlegen, wie er seinen neuen Freunden erzählen soll, was er über ihre Zeit weiß, und warum es lebenswichtig ist, dass Hannah nicht nach Berlin zurückfährt.
Mit einer sensiblen und kindgerechten Darstellung der NS-Zeit wagt sich der Spielfilm an ein schwieriges Thema. Mit einer beeindruckenden Kulisse im zeitlosen Hochgebirge und den liebevollen Details auf jedem „Stockwerk“ der Geschichte zeichnet er mühelos die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede im Leben der jeweiligen Zeitschreibung.
Spielzeiten Hannover
- Dienstag, 10.3.2026, 14:00 Uhr
- Freitag, 13.3.2026, 17:00 Uhr
- Mittwoch, 18.3.2026, 08:30 Uhr
The Mountain
- 89 Minuten (Film)
- ab 10 Jahren
- Spielfilm, Weltkino
- Neuseeland 2024
- Rachel House
- Englisch original, mit deutscher Live-Einsprache
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Māori-Kultur
- Freundschaft
- Tod
„Möge die Stärke und Lebenskraft unserer Vorfahren mit uns allen sein!“ (Māori–Sprichwort)
Sam flieht aus der Jugendstation des Krankenhauses. Sie ist fest entschlossen, den Krebs zu besiegen, gegen den sie kämpft. Ihrer Māori-Kultur folgend macht sie sich auf den Weg zum Berg Taranaki, dem heilende Kräfte nachgesagt werden. Unterwegs trifft sie auf den selbstbewussten Bronco, einem Māori-Jungen mit viel Kenntnis über seine Kultur, der sich von seinem alleinerziehenden Vater vernachlässigt fühlt, und auf Mallory, der um seine Mutter trauert. Ohne zu zögern schließen sie sich Sam an, wandern durch die magische Natur Neuseelands und vertrauen dem vierten Gefährten ihrer Reise: Te Maunga o Taranaki – dem Berg Taranaki.
Der Berg gehört zur erweiterten Familie von insgesamt acht Stämmen der Māori und bekam 2017 von der neuseeländischen Regierung den Status eines Rechtssubjektes verliehen. Folgerichtig ist er auch im Abspann des Films beim Cast aufgeführt. Wenngleich Sam, die Hauptfigur, todkrank ist, erzählt der Abenteuerfilm seine Geschichte mit viel Schwung und einer guten Portion Humor – ganz im Stil des ausführenden Produzenten Taika Waititi (Jojo Rabbit). In ihrem lebensleichten Debütfilm zeigt Regisseurin Rachel House, dass das Trio auf dem Berg zwar nicht die erhoffte Heilung findet, dafür aber die Kraft der Freundschaft. Ganz nebenbei öffnet der Film zudem einen lebendigen Blick auf die beeindruckende Bedeutung der māorischen Kultur.
Spielzeiten Hannover
- Montag, 9.3.2026, 14:00 Uhr
- Mittwoch, 11.3.2026, 11:00 Uhr
- Sonntag, 15.3.2026, 17:30 Uhr
Living Large
- 90 Minuten (Film)
- ab 12 Jahren
- Knet-Animation
- Tschechische Republik 2024
- Kristina Dufková
- Englisch original, mit deutscher Live-Einsprache
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Body Positivity
- Mobbing
- Empowerment
„It’s only life anyway!“
Der zwölfjährige Ben ist ein selbstbewusster Typ mit viel Witz und einer großen Portion Selbstironie. Er spielt mit seinen Freunden in einer Schülerband und kommt mit seinen getrenntlebenden Eltern gut zurecht. Doch zu Beginn des neuen Schuljahres bekommt er bei einem Gesundheitstest von der Krankenschwester gesagt, dass sein starkes Übergewicht schlimme negative Folgen für ihn haben kann. Bisher spielte seine Körperlichkeit nie eine Rolle, aber jetzt beginnt er an sich zu zweifeln. Als er sich dann auch noch Hals über Kopf in Klara verliebt, steht sein Entschluss fest: Er will abnehmen. Leichter gesagt als getan. Als er Süßigkeiten durch Gemüse ersetzt, sieht er zwar schnell Erfolge auf der Waage, dafür wird es an anderer Stelle schwieriger. Denn Ben liebt das Essen und Kochen, und während er sich einen Burger brät, kommen ihm die besten Ideen für neue Songs. Wie findet man also den Mittelweg zwischen Selbstakzeptanz und Wohlbefinden auf der einen und dem positiven Effekt eines gesunden Lebens- und Ernährungsstils auf der anderen Seite?
Dieser Animationsfilm mit charmanten handgemachten Knetfiguren kümmert sich um die anstrengende Zeit der Pubertät mit all den Pickeln, Hormonen und dem ersten Verliebtsein. Dieses humorvolle Musical betrachtet das Thema Body Positivity zwischen der Reflexion über gesellschaftliche Diskriminierung und dem Aufzeigen realer Folgen von Übergewicht, ohne auch nur einmal den Zeigefinger zu erheben.
Ob in der Trauer um einen geliebten Menschen, im Kampf gegen gesellschaftliche Erwartungen oder auf der Suche nach einem Platz in einer neuen Welt- in der Reihe 14+ zeigen wir Geschichten aus dem jugendlichen Alltag, aus dem Leben am Übergang zum Erwachsensein, mit den emotionalen und moralischen Fragen, die sich in dieser Zeit stellen.
Die Filme erzählen von jungen Menschen, die in einer Welt voller Herausforderungen ihren eigenen Weg finden müssen. Sie erzählen davon, wie Gemeinschaft und Glaube Halt geben können, geben Einblicke, was es bedeutet, in dieser Welt ein Mädchen zu sein, oder wie die Familie Zufluchtsort und Neuanfang bieten kann. Gemeinsam spiegeln diese Filme das Ringen um Selbst-bestimmung, Orientierung und Zugehörigkeit sowie die Bedeutung von Beziehungen wider.
Spielzeiten Hannover
- Montag, 9.3.2026, 17:00 Uhr
Têtes brûlées
- 84 Minuten (Film)
- ab 14 Jahren
- Spielfilm
- Belgien 2025
- Maja-Ajmia Yde Zellama
- Französisch und Arabisch, mit englischen UT und deutscher Live-Einsprache
- Mit Gästen
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Trauer
- Solidarität
- Glaube
- Gemeinschaft
„Moment mal, du meinst, du bist um 7 Uhr morgens aufgestanden, um mir Gebäck zu holen?“
Die zwölfjährige Eya lebt in einer tunesisch-muslimischen Familie in Brüssel und liebt ihren großen Bruder Younès sehr. Sie verbringt ihre Tage gerne an seiner Seite und im Kreise seiner Clique, in der sie als gleichwertig akzeptiert wird. Als Younès plötzlich stirbt, bricht Eyas vertraute Welt zusammen. In den strengen Trauerritualen nimmt sie sowohl die Solidarität der Gemeinschaft wahr, die sich um ihre Familie schart, als auch das Schweigen, das die einzelnen Beteiligten in ihrem Kummer isoliert. Eya muss einen eigenen Weg suchen, um ihre Trauer zu bewältigen. Ihre Kreativität, die Verbindung zu der Clique ihres Bruders und vor allem ihr Glaube helfen ihr dabei.
In ihrem Debütfilm erzählt die belgisch-tunesisch-dänische Regisseurin Maja-Ajmia Yde Zellama sensibel und sehr persönlich von einer jungen Generation, die zwischen kultureller Verwurzelung und solidarischer Gemeinschaft einerseits und dem universellen Schmerz des Trauerns andererseits steht. Dieses zärtliche Porträt wirkt beinahe dokumentarisch – wie eine stille, genaue Beobachtung, die den Figuren Raum lässt für Sprachlosigkeit und kleine, bedeutungsvolle Gesten. In dieser Stille entfaltet sich vor allem der französische Rap als Resonanzraum: für Erinnerung, Protest und Identität.
Spielzeiten Hannover
- Dienstag, 10.3.2026, 17:00 Uhr
- Mittwoch, 11.3.2026, 08:30 Uhr
Girls don't cry
- 91 Minuten (Film)
- ab 14 Jahren
- Dokumentarfilm
- Deutschland 2025
- Sigrid Klausmann, Co-Regie: Lina Luzyte
- Deutsch original
- Mit Patenfilm
- Mit Gästen
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Selbstbestimmung
- gesellschaftliche Erwartungen
- Flucht vor Genitalverstümmelung
- Identitätssuche
- Krieg
„Es ist ja nicht so, dass ich mir gewünscht habe, ein Mädchen zu sein. Ich war es immer schon.“
Nancy, Sheelan, Sinai, Paige, Selenna und Nina leben an völlig unterschiedlichen Orten auf der Welt – und doch verbindet sie etwas: Sie alle sind Mädchen im Teenager-Alter und sie alle kämpfen gegen die Umstände, Erwartungen und Widrigkeiten in ihrem Heimatort, ihrem Land und ihrer persönlichen Umgebung. So floh Nancy in Tansania vor der Genitalverstümmelung und lebt in einem Schutzhaus. Selenna, die in Santiago de Chile lebt, wurde im Körper eines Jungen geboren und weiß, seit sie vier ist, dass sie ein Mädchen ist. Und Sheelan ist ein jezidisches Mädchen, das mit seiner Mutter aus dem Nordirak vor dem Genozid geflohen ist und nun in Tübingen lebt. Was sie alle sich am meisten wünschen: die Chance auf ein selbstbestimmtes, freies Leben – und das ist nun mal keine Selbstverständlichkeit.
In „Girls don’t cry“ porträtieren Sigrid Klausmann und Lina Luzyte respektvoll und ehrlich sechs junge Heldinnen an verschiedenen Orten dieser Welt. Durch das große Vertrauen, welches die beiden Regisseurinnen zu den Mädchen aufgebaut haben, entsteht in jeder Sequenz schnell eine unmittelbare Nähe und Empathie. Man begleitet den Alltag der Mädchen und erhält durch die Interviews einen intimen Einblick in das, was sie denken und empfinden, was sie sich wünschen und wovor sie Angst haben. Ein episodischer Dokumentarfilm für alle Identitäten, ein Plädoyer für Girl Power und eine Inspiration, Widerstände zu überwinden.
Spielzeiten Hannover
- Donnerstag, 12.3.2026, 17:00 Uhr
- Montag, 16.3.2026, 11:00 Uhr
Christy
- 94 Minuten (Film)
- ab 14 Jahren
- Spielfilm
- Irland, Großbritannien 2025
- Brendan Canty
- Irisch mit englischen UT und deutscher Live-Einsprache
Zu jedem Film gibt es eine Moderation und ein Filmgespräch. Planen Sie bitte für das Gesamtprogramm ca. 30 Minuten mehr als die Dauer des Films ein.
- Gemeinschaft
- Verlust und Neubeginn
- Identitätsfindung
„Now, Christy. We need to sort you a plan, and we need to sort it today.“
Christy ist 17 und das, was viele einen „Problemfall“ nennen. Er ist ein zurückhaltender Typ, doch ab und zu brennt bei ihm die Sicherung durch. Nachdem ihm das einmal zu oft passiert ist, wirft ihn seine Pflegefamilie raus. Wohin jetzt? Wer nimmt so einen wie ihn auf, kurz vor dem 18. Geburtstag? Vorübergehend findet Christy Zuflucht bei seinem älteren Halbbruder Shane und dessen Frau Stacey im irischen Cork. Zwei Menschen, die er kaum kennt, noch dazu mit Baby. Die Bedingungen könnten besser sein, nicht nur in seinem neuen Zuhause, wo er sich wie ein Fremdkörper fühlt, sondern auch im Arbeiterviertel Knocknaheeny. Hier sind die Jobs rar, der Ton ist rau und ständig wird geflucht. Als Erinnerungen hochkommen versucht Shane seinen kleinen Bruder von der Verwandtschaft fernzuhalten. Er will um jeden Preis ein besseres Leben für Christy, selbst wenn das bedeutet, dass er ihn von sich stoßen muss. Nach vielen Jahren der Trennung stehen die Brüder vor der Aufgabe, sich mit ihren turbulenten Vergangenheiten zu versöhnen und zu entscheiden, wie die Zukunft aussehen soll.
Der Debütfilm von Brendan Canty überzeugt mit realistischer Bildsprache und einer authentischen, rauen Erzählweise, die eine intime Nähe zu den Emotionen der Figuren schafft. Behutsam und unaufgeregt entfaltet sich die Geschichte – ganz in der Tradition des englischen Sozialdramas.
THAT’S NOT MY BOX
Filmreihe über das Heranwachsen zwischen Identitätssuche und Konventionen
Als Kind scheint die Welt häufig groß und unbeschwert. Doch je älter man wird, desto größer wird das eigene Selbst, die Perspektiven verschieben sich – und die bisher bekannte Welt fühlt sich an wie eine Box, die zu klein geworden ist.
In der Abendfilmreihe des Filmfests Sehpferdchen stoßen die jungen Protagonist:innen auf ganz unterschiedliche Weise an die Barrieren, die von ihren Eltern, der Gesellschaft oder auch ihren eigenen Erwartungen an sich selbst gesetzt werden. Einige schaffen es, diese Grenzen zu verschieben und ihren Platz zu finden, andere scheitern an den Konventionen.
Die FSJler Franca Heitefaut (KoKi) und Colja Busch (Medienzentrum) haben die Filmreihe kuratiert und geben jeweils eine Einführung zum Film.
Sonntag, 08.03.26, 20:15 Uhr
Moonlight
- 111 Min.
- FSK 12
- Drama
- USA (2016)
- Barry Jenkins
- engl. OmU
- Queer
- PoC
- Akzeptanz und Ablehnung
- Identitätsfindung
Chiron, ein schwuler, afroamerikanischer Mann, wächst in einem harten Viertel von Miami auf. Armut, Strenge und die leise nagende Frage, wer er eigentlich ist, begleiten ihn dabei. Barry Jenkins stellt seine Entwicklung in drei Lebensphasen dar: Kindheit, Jugend und Erwachsensein.
Ein bewegendes Drama mit autobiographischen Bezügen, das mit intensiven Bildkompositionen von Scham und Sehnsucht erzählt.
Montag, 09.03.26, 20:15 Uhr
Bird
- 119 Min.
- FSK 16
- Drama
- Großbritannien (2025)
- Andrea Arnold
- engl. OmU
- Coming-of-Age
- Identitätssuche
- prekäre Familienverhältnisse
Baily ist zwölf und wächst im englischen Kent in einem besetzen Haus auf – zusammen mit einem manischen Vater, der lieber halluzinogene Kröten vertickt, als Baily ein sicheres Umfeld zu bieten. Die Heranwachsende sucht in dem wackeligen familiären Chaos nach Orientierung und findet in einem merkwürdigen jungen Mann, der sich selbst „Bird“ nennt, einen Wegbegleiter. In poetischen 16mm-Analogfilmbildern und mit einer großen Prise magischem Realismus erzählt die Britin Andrea Arnold die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die nach Halt im Leben sucht.
Dienstag, 10.03.26, 20:15 Uhr
Girl
- 105 Min.
- FSK 12
- Drama
- Niederlande/Belgien (2018)
- Lukas Dhont
- div. OmU
- Coming-of-Age
- Transgender
- Ballett
Lara ist ein ganz normales Mädchen. Sie will Ballerina sein, will Freunde haben und sich verlieben. Doch Lara ist anders als ihre Freundinnen. Ihr Körper ist noch der eines Jungen und ihre Sehnsucht nach einem anderen Körper ist kaum auszuhalten… Ein ruhiger und sanfter Film, der seiner ebenfalls sehr stillen, sanften Hauptfigur allen Freiraum gibt, sich langsam und beständig zu entwickeln. Ein Film, der sich für seine Trans-Hauptfigur wirklich interessiert und sie mit Empathie und Ehrlichkeit porträtiert und dabei Drama, Voyeurismus und Sensationslust keinen Platz gibt.
Mittwoch, 11.03.26, 20:15 Uhr
Futur Drei
- 92 Min.
- FSK 16
- Liebesfilm
- Deutschland (2020)
- Faraz Shariat
- dt. OV
- Queer
- Migrationshintergrund
- Ménage-à-trois
Wuchtige und verspielte post-migrantische Ménage-à-trois: Regisseur Faraz Shariat, Jahrgang 1994, ist das Kind von Einwanderern, Person of Color und queer. Der Protagonist seines Films, Parvis lebt offen und akzeptiert queer in Hildesheim. Wie gut es ihm geht, wird ihm erst bewusst, als er wegen eines Ladendiebstahls zu 120 Sozialstunden in einer Unterkunft für Geflüchtete verurteilt wird. Dort lernt er die Geschwister Banafshe und Amon kennen und lieben. Gemeinsam denken die drei über Vergangenheit und Zukunft nach und darüber, wo sie heute sein könnten, wenn sie an einem anderen Ort geboren wären.
Donnerstag, 12.03.26, 20:15 Uhr
Unruly
- 80 Min.
- Drama
- Dänemark (2023)
- Malou Reymann
- schwed. OmenglUT
- Erste Liebe
- weibliche Sexualität
- Flucht
Dänemark 1933. Maren ist ein rebellischer Teenager. Sie tanzt in Nachtclubs bis spät in die Nacht zu Jazzmusik, um der Eintönigkeit und dem Elend ihres Zuhauses zu entfliehen. Die willensstarke junge Frau wird von den Behörden in eine psychiatrische Klinik auf einer kleinen Insel gebracht, da sie als rebellisch und promiskuitiv angesehen wird und man befürchtet, sie könnte andere Mädchen anstacheln. Ihre Bettnachbarin in der Einrichtung ist Sørine, die scheinbar schon verinnerlicht hat, wie man sich als Frau ,,richtig“ zu benehmen hat. Maren hingegen kämpft gegen das System der Klinik an.
Freitag, 13.03.26, 20:15 Uhr
The Virgin Suicides
- 97 Min.
- FSK 12
- Drama
- USA (1999)
- Sofia Coppola
- engl. OmU
- zerbrechlich
- Schwestern
- konservative USA
Knarzendes Holz, geschlossene Fester und blasses Sonnenlicht: Die fünf Lisbon-Töchter (Cecilia, Lux, Bonnie, Mary und Therese) wachsen streng behütet in einem US-amerikanischen, konservativen Familienhaus auf. Sie ziehen mit ihrer unnahbaren Art die Aufmerksamkeit einer Jungsclique auf sich: mit fatalen Folgen.
Sophia Coppolas melancholisches und traumartiges Coming-of-Age Drama handelt von Verlangen und Ablehnung, Unterdrückung und Befreiung und allem dazwischen. Ein Film mit einem eindrücklichen Soundtrack der lange nachhallt.
Freitag, 13.03.26, 22:15 Uhr
Mustang
- 97 Min.
- FSK 12
- Drama
- Türkei, Deutschland, Frankreich, Katar (2015)
- Deniz Gamze Ergüven
- engl. OmU
- Freiheit
- Patriarchat
- konservative Familie
Ein abgelegenes Dorf an der türkischen Küste und fünf Töchter in einer repressiven Familie. Was als unbeschwerter Sommer beginnt wird schnell von familiärer Kontrolle und strengen Traditionen eingeengt. Doch halten die Fünf Töchter zusammen und suchen entschlossen nach einem Weg, ihre Selbstbestimmung zu wahren.
Deniz Gamze Ergüven erzählt – offensichtlich inspiriert von Sophia Coppolas THE VIRGIN SUICIDES -ein eindringliches, feministisch geprägtes Drama von Freiheit, Zusammenhalt, und dem Mut, sich gegen patriarchale Erwartungen aufzulehnen.
Samstag, 14.03.26, 20:15 Uhr
Alles, was wir geben mussten / Never Let Me Go
- 99 Min.
- FSK 12
- Science-Fiction, Dystopie
- Großbritannien (2011)
- Mark Romanek
- türk. OmU
- ewiges Leben
- Gesellschaftskritik
Durch eine nicht näher bezeichnete wissenschaftliche Revolution ist es der Medizin gelungen, den Menschen nahezu unsterblich zu machen. Doch der Preis für den Fortschritt ist hoch. In einem scheinbar normalen Internat im ländlichen England werden die Jugendlichen hochgezogen, um ihre wirkliche Bestimmung zu erlangen: Organspender zu werden. Erschüttert von der Erkenntnis, wie ihr Leben weiter verlaufen wird, nehmen die jungen Menschen den Kampf um ihr Leben und um ihr kurzes Glück auf, suchen nach der Liebe und anderen Auswegen bzw. Ausflüchten, um am Ende zu realisieren, dass es nicht einfach ist, dem Schicksal zu entkommen – zumal dann nicht, wenn dies gesellschaftlich gewünscht und vorgezeichnet ist.
Samstag, 14.03.26, 22:15 Uhr
Raw
- 99 Min.
- FSK k. A.
- Horror
- Frankreich (2016)
- Julia Ducournau
- franz. OmenglUT
- Kannibalismus
- Body-Horror
- Behauptung
Das Aufwachsen als schüchterne Außenseiterin auf dem Internat ist schwer. Als die vegan-lebende Justine bei einem Aufnahmeritual im Internat zum Essen von rohem Fleisch gezwungen wird, entwickelt sich bei ihr eine unerwartete und gefährliche Leidenschaft… Die französische Regisseurin Julia Ducournau inszeniert den ganz alltäglichen sozialen und institutionellen Druck eines Teenagers in einem aufregenden Genre-Gewand Es ist kein Film für zarte Nerven — doch nur so ist er ein Film, der kein verklärtes Bild jugendlicher Verzweiflung inszeniert, sondern institutionellen Leistungsdruck, soziale Aggression und persönliche Zweifel in der unerträglichen Schrecklichkeit abbildet, die eben auch Teil dieser Lebensphase ist.
Sonntag, 15.03.26, 20:15 Uhr
Abbitte / Atonement
- 99 Min.
- FSK 12
- Liebesdrama, Romanverfilmung
- Großbritannien (2007)
- Joe Wright
- engl. OmU
- Liebe
- Krieg
- Lüge
Der Film startet im England der 1930er Jahre. Die beiden Schwestern Briony und Cecilia leben mit ihrer Mutter in einem herrschaftlichen Haus auf dem Land. Der Gärtnersohn Robbie hat längst ein Auge auf Cecilia, die ältere Schwester, geworfen. Als sich die beiden näherkommen, werden sie dabei von der 13jährigen Briony beobachtet. Teils verunsichert, teils eifersüchtig phantasiert Briony ein Gespinst zusammen, das die beiden so schnell wie möglich wieder auseinande bringen soll.
Eine bildgewaltige Romanverfilmung mit Keira Knightley, James McAvoy und Saoirse Ronan über Liebe, Krieg und eine verheerende Lüge.
Montag, 16.03.26, 20:15 Uhr
Rafiki
- 83 Min.
- FSK 12
- Liebesfilm, Drama
- Kenia (2018)
- Wanuri Kahiu
- suaheli OmU
- Patriachat
- Queer
- Ostafrika
„Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat. So freundet sie sich auch mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsamen Glück.
Rafiki positioniert sich als eindeutig feministisches Werk, das kritisch auf die Männergesellschaft Kenias schaut, aber auch auf die Selbstregulation der Frauen, die sich entweder von Haus aus selbst oder gegenseitig in Schach halten. Der bunte und frische kenianische Film ist nicht nur der erste ostafrikanische Beitrag in Cannes, sondern darf sich auch in eine illustre Reihe von Werken einreihen, die im eigenen Land verboten sind.
Dienstag, 17.03.26, 20:15 Uhr
Bird
- 119 Min.
- FSK 16
- Drama
- Großbritannien (2025)
- Andrea Arnold
- engl. OmU
- Coming-of-Age
- Identitätssuche
- prekäre Familienverhältnisse
Baily ist zwölf und wächst im englischen Kent in einem besetzen Haus auf – zusammen mit einem manischen Vater, der lieber halluzinogene Kröten vertickt, als Baily ein sicheres Umfeld zu bieten. Die Heranwachsende sucht in dem wackeligen familiären Chaos nach Orientierung und findet in einem merkwürdigen jungen Mann, der sich selbst „Bird“ nennt, einen Wegbegleiter. In poetischen 16mm-Analogfilmbildern und mit einer großen Prise magischem Realismus erzählt die Britin Andrea Arnold die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Frau, die nach Halt im Leben sucht.
Mittwoch, 18.03.26, 20:15 Uhr
Mommy
- 138 Min.
- FSK k. A.
- Drama
- Kanada
- Xavier Dolan
- franz. OmU
- Mutter-Sohn-Beziehung
- Aggression
- psychische Gesundheit
Der 15-jährige Steve pendelt immer wieder zwischen plötzlichen Wutausbrüchen und schwallartigen Wortkaskaden, zwischen kaum zu bändigender Euphorie und schierer Gewalt. Seine Mutter Dieane „Die“ Després muss sich permanent um ihren Sohn seit Steve wegen Brandstiftung aus einer Pflegeeinrichtung geworfen wurde. Denn sie weiß genau, dass der nächste Schritt nur die Einweisung in eine Anstalt sein kann.
Xavier Dolan inszeniert in MOMMY eine Mutter-Sohn-Beziehung mit emotionaler Tiefe und Bildgewalt. Das fast quadratische Seitenverhältnis von 5:4 macht ganz konkret die Gefangenheit und den Druck sichtbar, den Steve spürt, da er nicht in diese Welt zu passen scheint.